Kategorie C: Bügeleisen mit Hohlkörper
Category  C: Sad irons with hollow body
Letztes Update/Last update: 21.01.01 

Bügeleisen mit Hohlkörpern werden im Gegensatz zu den Block-, Flach- und Satzeisen intern durch Holzkohle beheizt. Im 20. Jahrhundert kam dann der Glühstoff – ähnlich unseren heutigen Grill-Anzündern – als Festbrennstoff in Gebrauch. Vorteil der internen Beheizung war der sparsamere Umgang mit Heizmaterial (statt Ofen nur Eisen) und damit verbunden die räumliche Unabhängigkeit. Nachteil war die grosse Gefahr der Verschmutzung der Wäsche durch herausfallende Asche. Auch waren Rauch und Dämpfe der Holzkohle nicht gerade gesundheitsfördernd. Holzkohle-Eisen wurden in Deutschland noch bis Anfang der sechziger Jahre von der Firma Gross AG, Schwäbisch Hall, für den Export produziert. In vielen Gegenden Afrikas und Asiens ohne ausreichende Energieversorgung werden sie auch heute noch benutzt.

C1 ) Pfanneneisen, auch Wolkenscheffel (pan irons) , wurden mit Holzkohle und/oder heissem Sand erhitzt und dienten in erster Linie dem Glätten von Seide. Sie sind vor allem in China, aber auch im übrigen südost-asiatischen Raum beheimatet. Auch aus Griechenland ist ein Scaldaletto genanntes Pfanneneisen bekannt. Als Materialien wurden Bronze , Messing, Kupfer und Eisen verwendet. Chinesische Wolkenscheffel lassen sich bis ins 7./8. Jahrhundert zurück verfolgen und waren bis ins 19. Jahrhundert in Gebrauch.

C2 ) Holzkohle-Eisen (charcoal irons) sind seit dem 17. Jahrhundert nachweisbar und werden in einigen Teilen der Welt (siehe vorstehend) auch heute noch genutzt. Als Materialien wurden Kupfer, Messing, Schmiede- und Guss-Eisen (ab Mitte 19.Jhd. nach Einführung der Guss-Technik) verwendet. In Nordfrankreich gab es im 17./18. Jahrhundert auch sogenannte Glutbügler aus Terrakotta.

C3 ) Holzkohle-Eisen mit Kamin (charcoal irons with chimney) sind eine Weiterentwicklung des normalen Holzkohle-Eisens. Durch die Anbringung eines Kamins versuchte man die gesundheitsschädlichen Dämpfe, die von der Holzkohle ausgingen, von der Büglerin ab zu leiten. Diese Variante wurde ab dem 19. Jahrhundert aus Guss-Eisen oder Messing (seltener) hergestellt. Man findet Kamineisen mit nach vorn und nach hinten gerade ausgerichtetem, nach rechts abgewinkeltem und (aus späterer Produktion) mit drehbarem Kamin. Bei letzterer Version hat man sicherlich auch daran gedacht, dass es Linkshänder unter Büglerinnen und Büglern gibt.

C4 ) Glühstoff-Eisen (irons heated with methylated spirit or charcoal) wurden mit den Argumenten, weniger gesundheits- schädlich und sparsamer im Verbrauch zu sein, eine längere Heizdauer und geringeres Verschmutzungsrisiko zu bieten, Anfang des 20. Jahrhunderts auf den Markt gebracht. Die bekanntesten Hersteller waren in Deutschland die "Deutsche Glühstoff Gesellschaft", Dresden, (Markenname: "Dalli") sowie die Firma "Karl Kaltschmidt", Oberexingen/Württ., (Markennamen: "Flott" und "Perfekt".
Alternativ konnten Glühstoff-Eisen auch mit der alt her gebrachten Holzkohle erhitzt werden.