Kategorie D: Gehäuse-Eisen
Category  D: Box irons
Letztes Update/Last update: 07. 07. 2005

Gehäuse-Eisen werden zwar auch intern erwärmt, aber auf eine ganz andere Art als bei den Holzkohle-Eisen. – Ein eiserner Glutbolzen wird im offenen Feuer des Ofens "zur Weissglut" gebracht und mittels einer speziellen Zange oder eines speziellen Bolzenhakens in das Eisen eingeführt. Damit der glühende Bolzen während der Arbeit nicht heraus fallen kann, wird die Bolzenkammer bei den meisten Gehäuse-Eisen durch ein Türchen, einen Fallschieber oder auch nur eine Bolzenschwelle an der Rückwandseite gesichert. Zur Schonung der Bügelwäsche vor zu grosser Hitze durch den Glutbolzen ist – bis auf sehr frühe Eisen – die Bügelsohle im Inneren mit einem Hitzeschutz versehen. Dieser Hitzeschutz besteht entweder aus aufgeschmiedeten oder auch in den verschiedensten Formen aufgegossenen "Abstandshaltern", die verhindern, dass der Bolzen direkten Kontakt zur Bügelsohle bekommt.

D1 ) Kasten-Eisen (Box irons) werden je nach Art ihrer Bolzeneinführung bzw. –sicherung auch als Wirbel-, Schütt- oder Glockeneisen bezeichnet. Ab dem 17. Jahrhundert erstreckte sich der Gebrauch dieser Eisen bis ins 20. Jahrhundert hinein. Messing, Kupfer, Schmiede- und Gusseisen waren die Grundlagen der Herstellung. Besonders hervor heben sollte man in diesem Zusammenhang zwei Zentren der Bügeleisen-Schmiedekunst, nämlich Nürnberg und Dänemark. Viele der dort hergestellten Eisen sind kunstvolle, wunderschöne Unikate, die zum Leidwesen manchen Sammlers nur in Museen zu bewundern sind.

D2 ) Die Ochsenzunge (ox-tongue) unterscheidet sich nur in der Form vom Kasteneisen. Sie hat einen oben abgerundeten und nach vorn spitz zulaufenden Körper. Sie wird ebenfalls mit einem Bolzen erhitzt, die Bolzenkammer wird durch Flügel- oder Fallschieber gesichert. Zur Herstellung wurden Messing, Schmiede- und Gusseisen verwendet. Die ersten Ochsenzungen gab es wahrscheinlich im 18. Jahrhundert. Produziert und benutzt wurden sie bis ins 20. Jahrhundert hinein. In der 1. Hälfte des vergangenen Jahrhunderts führten z.B. die Firmen Robert Zassenhaus, Schwelm, und C.H. Steinbach, Oberbrügge/Westf. noch eine Neuerung ein: Um die Hand beim Bügeln vor der Abstrahlhitze des Bolzens zu schützen, wurde die Bolzenkammer mit einer Asbestschicht sowie einer zusätzlichen Innenwand isoliert.